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Wenn wir im Laden erzählen, dass Hanf eine der ältesten Faserpflanzen ist, kommt oft die Frage: Gab es das auch hier bei uns? Wir haben nachgeschaut. Die Antwort ist ja, und zwar näher, als man denkt.

Vereinfachte Karte: Hanf-Orte entlang der Weißen Elster von Plauen bis Greiz und in Zeulenroda-Triebes

Plauen: Tuch, Schleier, Spitze

Plauen ist mit Textil groß geworden. Die Tuchmacher bekamen 1577 ihr Innungsprivileg vom sächsischen Kurfürsten August, um 1600 kamen die Schleier aus Baumwolle dazu, später die Plauener Spitze. Hanf spielt in dieser Stadtgeschichte keine Hauptrolle, jedenfalls haben wir dafür bisher keinen Beleg gefunden. Spannend wird es ein paar Kilometer weiter.

Pahren und Läwitz: Hanf vom Feld

In Pahren bei Zeulenroda baut ein Agrarbetrieb seit etwa 2000 Faserhanf an. Anfangs waren es 12 Hektar, damals die größte Hanffläche in Thüringen. 2008 standen schon rund 80 Hektar auf dem Feld. Im selben Jahr gründete der Betrieb in Läwitz (Landkreis Greiz) die VOFA Vogtlandfaser, die Hanfstroh zu Fasern verarbeitet. Die Vogtlandfaser ist bis heute dabei: 2025 sprach sie beim sächsischen Feldtag Hanf über ökologischen Hanfanbau.

Greiz: eine Hanfverarbeitung für die Region

Im Mai 2003 nahm die CANATEX GmbH in Greiz ein Hanfverarbeitungszentrum in Betrieb. Verarbeitet werden sollte Hanfstroh vor allem aus der Region. Die Firma gibt es nicht mehr, ihre Maschinen hat 2008 die Vogtlandfaser übernommen.

Jocketa: eine Versuchsanlage gleich um die Ecke

Keine zehn Kilometer von unserem Laden entfernt, in Jocketa, hat die LEHMANN Maschinenbau GmbH Anfang der 2000er Jahre eine einfache Anlage gebaut, die Hanfstroh in Fasern und Schäben trennt. Schäben sind die holzigen Teile des Stängels. 2001 und 2002 lief die Anlage in einem Projekt der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Aus den Fasern entstanden im Textilforschungsinstitut in Chemnitz erste Probevliese.

Zeitstrahl Hanf im Vogtland: ab 2000 Pahren, 2001 und 2002 Jocketa, 2003 Greiz, seit 2008 Läwitz

Elsterberg: Seile wie früher

In Elsterberg gibt es eine Seilerei, die bis heute auch Hanfseile anbietet. Seile waren über Jahrhunderte eine der wichtigsten Verwendungen für Hanf, denn die Faser ist lang und reißfest.

Und davor?

Über Jahrhunderte bauten Bauern in vielen Gegenden Deutschlands Hanf und Flachs für den eigenen Bedarf an, für Garn, grobes Tuch und Seile. Für das Vogtland nennen Quellen vor allem Flachs, Garnspinnen und Leinenweberei. Ob und wo rund um Plauen Hanf wuchs, haben wir noch nicht belegt gefunden. Hinweise geben oft alte Flurnamen wie „Hanfgarten“, „Hanfland“ oder „Röste“.

Kennst du so einen Flurnamen aus deinem Dorf, alte Fotos oder Geschichten aus der Familie? Erzähl es uns im Laden in der Herrenstraße 16 oder schreib uns. Wir ergänzen diesen Beitrag gern.

Hanf bei uns im Laden

Bei uns in der Herrenstraße 16 geht es um Hanf als Kultur und um guten Kaffee. Was es aus Hanf alles gibt, zeigen wir dir gern, in Ruhe und ohne Druck. Mehr über Plauen als Textilstadt liest du in unserem Beitrag „Spitze trifft Faser“. Unser Sortiment findest du auch unter coffeeshopplauen.com.

Nur für Erwachsene ab 18.

Quellen